{"id":5,"date":"2020-04-14T15:51:50","date_gmt":"2020-04-14T15:51:50","guid":{"rendered":"https:\/\/lit.erizoman.ch\/?p=5"},"modified":"2020-04-15T11:20:05","modified_gmt":"2020-04-15T09:20:05","slug":"was-sie-hier-finden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lit.erizoman.ch\/?p=5","title":{"rendered":"Teil 14: Der Himmel auf Erden"},"content":{"rendered":"<p>Sie w\u00e4lzte sich noch einige male auf ihrer matratze hin und her. schliesslich schwang sie die beine seitw\u00e4rts, setzte sich auf, r\u00e4kelte und streckte sich, g\u00e4hnte. im gewirr zerstreuter kleider suchte sie ihre lieblingsjeans, fischte aus dem korb einen frischen slip, zog ihn noch etwas m\u00fchsam an, schl\u00fcpfte schon etwas behender in die jeans und schlang den breiten lederg\u00fcrtel um die h\u00fcfte. 10 uhr 23 blinkte der wecker vergeblich mahnend. sie sch\u00fcttelte ihre str\u00e4hnig blonden haare nach hinten, strich sich anschliessend z\u00e4rtlich \u00fcber ihre br\u00fcste. nachdem sie sich das verwaschene top \u00fcbergestreift hatte und ihre blaue trainerjacke anhatte, ging sie barfuss und gut gelaunt in die k\u00fcche und setzte eine macchina nica-kaffee auf. auf dem sofa im gang schlief noch der andere typ den schlaf des gerechten. seine dunklen haare waren wild zerzaust, unter der alten wolldecke lugten zwei nackte f\u00fcsse hervor. sie kannten sich noch kaum aber zusammen hatten sie sich redlich geschlagen am abend zuvor.<br \/>\nsie beugte sich vor, um ihre kreuzwirbel und hintere beinmuskulatur zu dehnen. das sollte man ja von zeit zu zeit tun, ging es ihr durch den kopf. sie richtete sich auf, sp\u00fcrte wie das blut zur\u00fcckfloss und guckte durch das kleine k\u00fcchenfenster auf die strasse hinunter. wenig fahrr\u00e4der, hie und da ein auto. unter ihren nackten f\u00fcssen f\u00fchlte sie den kalten fliesenboden.<br \/>\n&#8222;uuaaahhh&#8220; t\u00f6nte es vom sofa. sie streckte den kopf in den gang. von einem vom sofa r\u00fcckw\u00e4rts zum boden baumelnden kopf, sahen sie zwei blau-gr\u00fcne augen verschmitzt an. sie l\u00e4chelte. &#8222;und, gut geschlafen?&#8220; der k\u00f6rper rutschte vollends auf den bretterboden, drehte sich und ein z\u00e4rtlicher mund st\u00f6hnte noch etwas schlaftrunken &#8222;wie ein murmeltier&#8220;. sie runzelte die stirn, ein murmeltier, kam es ihr in den sinn, hatte sie einmal auf einem bild in der schule gesehen. die lebten irgendwo oben in den bergen. sie hatte pl\u00f6tzlich lust in die berge zu fahren und murmeltiere zu suchen. ein paar wenige musste es ja noch geben, dann konnte man mit ihnen um die wette pfeiffen. dann schweiften ihre gedanken gegen ihren willen zur schule. ihr paps hatte einmal ausgerechnet, dass ihr schul-arbeitstag l\u00e4nger war, als sein arbeits-arbeitstag! ausserdem hatte sie dann jeweils noch hausaufgaben, die hatte ihr paps auch nicht. wenn sie an die ellenlangen und endlosen schulstunden zur\u00fcckdachte schauderte es sie. und die ganze zeit mehr oder weniger unbeweglich auf einem stuhl, abgeschottet in einem ghetto, den lehrern ausgeliefert. statt, dass die kidz fragen durften, fragten die lehrer. das war doch eine verkehrte welt. doch seit vier monaten hatte sie mit der schule abgeschlossen. sie lernte jetzt auf eigene faust. &#8222;du gr\u00fcbelst ganz sch\u00f6n &#8218;rum was?&#8220; liess sich ihr bodenheld vernehmen. &#8222;ich gr\u00fcble, wenn&#8217;s mir passt. wie heisst du eigentlich?&#8220; &#8222;meine freunde nennen mich eze, aber eigentlich heisse ich ezechiel und du?&#8220; &#8222;wie ezechiel? ziemlich merkw\u00fcrdig, muss man ja abk\u00fcrzen, ich bin diana&#8220;. hinter ihrem r\u00fccken pfiff die macchina zum kaffee. sie l\u00f6schte die gasflamme und goss zwei kleine espresso-tassen voll. irgendwo fand sie sogar noch einen rest zucker, sch\u00f6ner luxus dachte sie.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sie w\u00e4lzte sich noch einige male auf ihrer matratze hin und her. schliesslich schwang sie die beine seitw\u00e4rts, setzte sich auf, r\u00e4kelte und streckte sich, g\u00e4hnte. im gewirr zerstreuter kleider suchte sie ihre lieblingsjeans, fischte aus dem korb einen frischen slip, zog ihn noch etwas m\u00fchsam an, schl\u00fcpfte schon etwas behender in die jeans und [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3,2],"tags":[],"class_list":["post-5","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-in-bearbeitung","category-in-fremden-diensten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/lit.erizoman.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/lit.erizoman.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/lit.erizoman.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/lit.erizoman.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/lit.erizoman.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=5"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/lit.erizoman.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":59,"href":"https:\/\/lit.erizoman.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5\/revisions\/59"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/lit.erizoman.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=5"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/lit.erizoman.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=5"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/lit.erizoman.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=5"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}